Eine besondere Woche erlebte die Klasse 8 der Fritz-Boehle-Werkrealschule im Naturcamp am Schluchsee. Im Rahmen des Projekts „Zeig, was du kannst!“ verbrachten die Schülerinnen und Schüler eine Woche im Camp, um ihre Ideen zu verwirklichen, Verantwortung zu übernehmen und ihre individuellen Stärken unter Beweis zu stellen.

Möglich wurde die Projektwoche durch die finanzielle Unterstützung der Schule im Rahmen des Startchancen-Programms. Dieses Förderprogramm von Bund und Ländern soll Schulen dabei unterstützen, Bildungschancen zu verbessern und Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken.
Bereits im Oktober, als die Klasse zuletzt im Naturcamp zu Gast war, begannen die Planungen. Da das Camp allen Schülerinnen und Schülern bestens bekannt ist, machten sie sich schon damals Gedanken darüber, was dort fehlt, was verbessert werden könnte und welche Projekte einen nachhaltigen Nutzen für zukünftige Besucherinnen und Besucher haben würden.
Das passte perfekt zum Gedanken von „Zeig, was du kannst!“. Bei diesem landesweiten Projekt entwickeln Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen eigenständig Produkte mit Bezug zu ihrer Lebenswelt. Dabei stehen Kreativität, Teamarbeit, Kommunikation und selbstständiges Handeln im Mittelpunkt.
Im Naturcamp wurde anschließend mit großem Engagement gearbeitet. In verschiedenen Gruppen entstanden eine selbst geknüpfte Hängematte, ein Schuhregal, ein Wikingerschach-Spiel, eine Sitzgelegenheit aus Paletten sowie ein Fahrradständer. Andere Gruppen gestalteten einen Wanderweg neu, entwickelten eine Fühlbox, fertigten Informationsschilder über die heimischen Fischarten an oder verschönerten eine Hütte mit dem Maskottchen des Naturcamps.

Doch die Projektwoche ging weit über handwerkliche Arbeiten hinaus. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich auch mit der Frage, wie ihre Mitschülerin Takreem, die großteils im Rollstuhl sitzt, noch stärker in gemeinsame Aktivitäten eingebunden werden kann. Gemeinsam mit Segeltrainer Andi Killer nahmen vier Schülerinnen und Schüler an einem Segelkurs teil. Gesegelt wurde mit sogenannten Mini 12ern – Segelbooten, die speziell für Menschen mit körperlichen Einschränkungen entwickelt wurden und auch im paralympischen Segelsport eingesetzt werden.
Die Jugendlichen lernten schnell den Umgang mit den Booten und konnten ihre Erfahrungen am Präsentationstag weitergeben. Dort wiesen sie Takreem selbstständig ein und segelten gemeinsam mit ihr über den Schluchsee. Für alle Beteiligten war dies ein beeindruckender Moment und ein gelungenes Beispiel dafür, wie Inklusion im Alltag gelebt werden kann. „Das ist gelebte Inklusion!“, fasste eine der begleitenden Lehrerinnen den besonderen Moment zusammen. Das gemeinsame Segeln zeigte eindrucksvoll, wie selbstverständlich Teilhabe gelingen kann, wenn Barrieren abgebaut und Chancen gemeinsam geschaffen werden.

Am Ende der Woche präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse mit großem Stolz. Entstanden sind nicht nur zahlreiche nützliche Projekte für das Naturcamp. Die Schülerinnen und Schüler haben auch gelernt, Verantwortung zu übernehmen, Probleme gemeinsam zu lösen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und als Team zu arbeiten.
Die Woche am Schluchsee hat eindrucksvoll gezeigt, worum es bei „Zeig, was du kannst!“ geht: eigene Stärken entdecken, gemeinsam etwas bewegen und Erfahrungen sammeln, die weit über den Schulalltag hinausreichen. Die vielfältigen Projekte werden zukünftigen Besucherinnen und Besuchern des Naturcamps noch lange zugutekommen und erinnern an eine Woche voller Engagement, Kreativität und Gemeinschaft.

Heike Bühler











